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Die DDR und das Franco-Regime

Außenpolitik zwischen Ideologie und Pragmatismus
Tim Haberstroh
ISBN 978-3-935530-90-3
104 Seiten
Art.Nr. 1390

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1973: Die DDR ist der erste sozialistische Staat in Europa, der diplomatische Beziehungen zu Franco-Spanien aufnimmt. Sechs Jahre zuvor war das Zentralkomitee der SED noch der Ansicht, dass aufgrund des „faschistischen Charakters des spanischen Staates“ Abstand von ihm zu halten sei. Stattdessen unterstützte die DDR massiv die spanische Opposition. Welche Motive stehen hinter diesem Wandel? Tim Haberstroh zeichnet in seiner quellenfundierten Studie die Entwicklung der Beziehungen im Kontext des Kalten Krieges nach und untersucht anhand von Originaldokumenten die Entscheidungen der DDR-Führung zwischen 1949 und 1975. So werden Facetten einer bislang in der Forschung vernachlässigten Beziehung deutlich, die die Paradoxie realsozialistischer Außenpolitik offenbart.
Dipl.-Pol. Tim Haberstroh, geb. 1983 in Berlin, studierte an der Universität Potsdam. Seit 2011 stellv. Büroleiter der außenpolitischen Fachzeitschrift WeltTrends.

10.00€Preis:
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Heft 9 Rosa Luxemburg ante portas

Vom Leben Rosa Luxemburgs nach ihrem Tod
Herausgegeben von Klaus Kinner
ISBN 978-3-89819-375-7
128 Seiten
Art.Nr. 4375

7.50€Preis:
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Heinrich Wiegand

Leipziger Sozialdemokrat Publizist und Freund Hermann Hesses
Klaus Pezold
ISBN 978-3-89819-371-9
324 Seiten
Art.Nr. 4371

15.00€Preis:
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Der Weg in die deutsche Einheit

Die Sicht der Nachbarn
Detlef Nakath/Dörte Putensen (Hrsg.)
ISBN 978-3-935530-85-9
120 Seiten
Art.Nr. 1385

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Am 3. Oktober 1990 – vor nunmehr zwanzig Jahren – trat die DDR entsprechend dem Artikel 23 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland bei. Der in extremem Tempo ausgearbeitete und von Bundestag und Volkskammer ratifizierte Einigungsvertrag trat an diesem Tage in Kraft.
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg hat die breit geführte Debatte um den historischen Platz der Jahre 1989/90 in der deutschen Geschichte zum Anlass genommen, um in einer Konferenz am 27. Mai 2010 in Potsdam unterschiedliche Sichtweisen zum Thema „Der Weg in die deutsche Einheit. Die Sicht der Nachbarn“ zu diskutieren.
Der vorliegende Tagungsband enthält Beiträge von Daniela Fuchs-Frotscher (Berlin), Seppo Hentilä (Helsinki), Hannes Hofbauer (Wien), Anton Latzo (Langerwisch), Hans Modrow (Berlin), Detlef Nakath (Potsdam), Krysztof Pilawski (Warschau), Dörte Putensen (Potsdam/Greifswald), Gregor Putensen (Greifswald), Gerd-Rüdiger Stephan (Berlin) und Angelika Timm (Tel Aviv).

10.00€Preis:
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„... einen bescheidenen Beitrag geleistet“

Alfred Schellenberger – Widerstand und Briefe aus den Konzentrationslagern Lichtenburg und Buchenwald
Ulrich Schneider, Horst Gobrecht
ISBN 978-3-89819-349-8
250 Seiten, Art.Nr. 4349

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Wer den Antifaschismus in Deutschland begreifen will, muss sich mit den Frauen und Männern beschäftigt, die trotz Verfolgung, Risiko für Freiheit und Leben bereit waren, dem faschistischen Terror zu widerstehen. Einer von ihnen war Alfred Schellenberger aus Wiesbaden, der in seiner Heimatstadt in den Reihen des kommunistischen Widerstands und bei Kriegsende im Nationalkomitee Freies Deutschland in Leipzig kämpfte.
Die Dokumentation zeichnet seinen Weg in den Widerstand, seine Verfolgung und Haftzeit sowie seine Haltung in der „Nacht des Faschismus“ nach. Grundlage der Darstellung sind Dokumente zum antifaschistischen Widerstand in Leipzig und in der dortigen Fabrik Müller & Montag, vor allem aber über 50 Briefe, die sich Alfred Schellenberger und seine Frau Charlotte in der langjährigen Haftzeit im Polizeigefängnis, den KZ Esterwegen, Lichtenburg und Buchenwald schrieben. Aus ihnen sprechen Lebensmut, Widerstandswillen und die politische Überzeugung, dass ein besseres, ein antifaschistisches Deutschland nur sozialistisch sein könne.

16.50€Preis:
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Einigkeit? Und Recht? Und Würde?

Ein Lesebuch zur 20 jährigen Geschichte der GBM herausgegeben von Christa Anders und Wolfgang Richter
ISBN 978-3-89819-363-4
320 Seiten
Art.Nr. 4363

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Statt eines Vorworts

von Wolfgang Richter

"Es gibt wenige Arbeiten, sei es von Wissenschaftlern oder Akteuren, über die Herausbildung und Entwicklung der außerparlamentarischen Kräfte in Ostdeutschland im Zuge einer rigiden Vereinigungspolitik nach dem Anschluss der DDR an die BRD. Und wenn sie von manchen geschrieben werden, dann vor allem, um sich von der Vergangenheit zu distanzieren, statt aus ihr zu lernen oder um sich der Gegenwart anzuverwandeln, statt ihr zu widerstehen.
Auch ein noch so kurzer Wegweiser durch dieses Buch sein zu wollen, hieße ein umfassendes Konvolut von zwanzig Jahren als ein Kaleidoskop zu betrachten, das einem auf bekanntem Terrain überraschende, aber keineswegs vollständige Eindrücke verschafft und mehr Interesse wecken als Wissen vermitteln will, wohl wissend, dass beides gemeinsam erst den ungeschmälerten Reiz des Lesens auszumachen vermag. Man kann das Buch beliebig aufschlagen und etwas Interessantes finden, weil das Leben dieser GBM einfach vielfältig ist. „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen ..“ meinte schon Goethe. In ein paar Worten wird man wenig mehr über die Gesellschaft sagen können, als schon ihr Name verheißt. Die Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde e.V. GBM hat in zwanzig vier Meter Meter in meinem Bücherregal gefüllt. Darunter sieben Weißbücher a 512 Seiten über die Diskriminierung der Ostdeutschen und was sie dagegen tun, ein Meter Journale, „Für Recht und Würde“ bis zum anspruchsvollen und schönen ICARUS, fast ein Meter Antikriegsliteratur, darunter ein Dutzend Bücher, die wir nicht verfassten, aber in denen wir in anderen Sprachen aufgenommen wurden und auch über uns geschrieben wurde, nicht wenig davon in ukrainisch. In der Ukraine wirkt die größte Sektion des Europäischen Friedensforums, das die GBM wesentlich mit initiierte. Das dickste Buch ist ein – oder besser gesagt, – das „Lexikon der Künstler in der DDR“. Über 6000 sind es. „Spuren der Wahrheit“ oder „Wider den Zeitgeist“ heißen einige Bücher, manche mit dem Marxistischen Forum der PDS/Die Linke verfasst, andere mit Verbänden oder Netzwerken herausgegeben, z.B. der Initiative gegen Berufsverbote. Die meisten widmeten sich dem Kampf um gerechte Renten - bis heute und weiterhin. Vielleicht am stolzesten kann man auf die Tribunale über den NATO-Krieg gegen Jugoslawien sein und die beiden ihnen gewidmeten Bücher. Und, wer hätte es gedacht, wir sind eine Menschenrechtsorganisation, die drei sehr anspruchsvolle politische Karikaturenbücher herausgab. Von all dem wird hier etwas zu finden sein. Sage mir, welche Bücher Du schreibst, und ich sage Dir, wer Du bist ….
Aber die GBM ist nicht nur mehr als ihre Bücher. Sie ist vor allem ein Bündnis von Menschen, die um Menschenrecht und auch um ihr Recht kämpfen. Was ihre Würde sein soll, haben sie früh nach dem Beitritt erfahren. Bislang hatte das Bundesverfassungsgericht „Würde“ definiert als „den allgemeinen Eigenwert, der dem Menschen kraft seines Personseins zukommt“ o.ä. Mit dem Warteschleifenurteil im Frühjahr 1991 erfuhr der staunende ostdeutsche Kläger, seine Würde werde mit der Abwicklung nicht verletzt, weil er bei seiner zwangsverordneten Arbeitslosigkeit nimmer noch Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe bekäme.
Doch auch dabei kam ich wohl nicht zum ersten Mal auf solche Gedanken. Aber mir war, als wäre ich aus einem Land, dem seine Ideale zu verkommen drohten, in ein Land gekommen, in dem Verkommenheit Ideal ist."

19.00€Preis:
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Künftige Supermacht in Asien?

Militärpolitik und Streitkräfte der Volksrepublik China
Heft 13
Lothar Schröter (Hrsg.)
ISBN 978-3-935530-87-3
112 Seiten
Art.Nr. 1387

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Jedermann staunt über das rasante Wirtschaftswachstum der Volksrepublik China, die in dieser Beziehung zur stärksten Macht in Asien aufsteigt und sich dabei immer noch zu sozialistischen Zielen bekennt. Hierzu gibt es nicht wenige Analysen. Auch zur sozialpolitischen Situation dringen viele Informationen nach Europa. Weit weniger gilt das für die Militär- und Sicherheitspolitik der Volksrepublik. Hinzu kommt: Was im Westen einschlägig auf dem offenen Markt erscheint, ist häufig durch eine Brille betrachtet, die an den Kalten Krieg erinnert. Der antisozialistische Reflex beherrscht die Berichterstattung, und mitunter findet er sich auch in der seriösen Wissenschaft. Gründe genug also, dass sich das 12. Friedens- und Sicherheitspolitisches Symposium der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg 2010 dieses Themas annahm. Es ist ihr gelungen, von der begrenzten „community“ von Wissenschaftlern zu diesem Thema einige gestandene Referentinnen und Referenten zusammenzuführen, wozu auch die offizielle Sicht, vorgetragen vom Heeresattaché der Volksrepublik Chinas in Deutschland, gehört.

10.00€Preis:
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Helmut Seidel: Philosophie und Wirklichkeit

Zur Herausbildung und Begründung der marxistisch en Philosophie
Herausgegeben von Volker Caysa
ISBN 978-3-89819-325-2
248 Seiten
Art.Nr. 4325

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Einleitende Worte des Herausgebers
Helmut Seidel wurde Mitte der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts national und international bekannt durch einen Aufsatz, der den Titel trug »Vom praktischen und theoretischen Verhältnis der Menschen zur Wirklichkeit« und der ins Japanische, Türkische, Ungarische, Tschechische und Russische übersetzt wurde. Er gilt gemeinhin als der konzeptionelle Ansatz zu einer DDR-spezifischen Philosophie der Praxis, die, analog zur jugoslawischen Praxisphilosophie, nicht nur für einen »humanistischen Marxismus« unter Berufung auf den jungen Marx, sondern auch für eine Demokratisierung und Humanisierung des Realsozialismus eintrat.(Vgl. zu Leben und Werk: Helmut Seidel: Philosophie vernünft iger Lebenspraxis.Hrsg. von Volker Caysa. Rosa-Luxemburg-Stift ung Sach sen 2009.)
Dieser Aufsatz darf aber nich t von Seidels Habilitation getrennt werden, denn er ist Konsequenz und systematisch e Zusammenfassung seiner bis heute unveröff entlich ten, in der DDR viel gelesenen und immer noch lesenswerten Habilitationssch rift von 1966 mit dem Titel »Philosophie und Wirklichkeit – Zur Herausbildung und Begründung der marxistisch en Philosophie«.
Der aufmerksame Leser wird bemerken, dass die Arbeit endet mit einer Sch lussbemerkung zum Teil 1, an deren Ende ein zweiter Teil angekündigt wird. Nach Auskunft von Jutt a Seidel ist aber dieser zweite Teil auf Grund der Querelen um Seidels theoretisch en Ansatz nicht geschrieben worden. Und es finden sich auch im Nach lass Helmut Seidels keine Materialien zu diesem zweiten Teil, was nicht aussch ließt, dass Helmut Seidel sich sowohl in Vorlesungen wie auch in seinen Sch riften zur Entwick lung von Marx nach 1844 äußerte.
Seidel gab mit seiner Habilitationsschrift dem marxistisch en Philosophieren in der DDR einen neuen systematisch en Ausgangspunkt, der belebend auf das Philosophieren in der DDR wirkte und mehreren Generationen von Philosophiestudenter wesentlich e Impulse für ein modernes marxistisch es Philosophieren vermittelte.
Davon zeugt auch das von Hans-Martin Gerlach verfasste Vorwort zu der hier vorliegenden Edition. Dieses Vorwort von Hans-Martin
Gerlach ist einer seiner letzten Texte, denn er verstarb plötzlich im Januar dieses Jahres. Gerlach verstand sich selbstbewusst als Schüler Seidels und es war ihm eine Ehre zukünft ige Generationen an dieses vergessene Erbe der DDR-Philosophie zu erinnern. Hans-Martin Gerlachs theoretisch es Verdienst besteht darin, den Seidelsch en humanmarxistischen Ansatz auf die Analyse des deutsch en Existentialismus angewandt zu haben. Dafür stehen vor allem seine Jaspers- und Heideg gerstudien, die im Ansch luss an den jungen Marx der »Ökonomisch-philosophisch en Manuskripte« das Verhältnis von Marxismus, Existentialismus und Humanismus zum Gegenstand hatten. Wie Seidel ein lachender Spinozist war, so war Gerlach ein heiterer Existentialist, der der marxistisch en Philosophie gegen alle Orthodoxie ein neues Forsch ungsfeld eröffnete.
Mein Dank gilt Herrn Harko Benkert, der die Digitalisierung des Textes realisiert hat. Ein großer Dank gilt auch der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen, insbesondere deren Geschäft sführer Prof. Klaus Kinner, dass sie diesen Band in ihr Programm aufgenommen hat. Frau Professor Jutta Seidel sei herzlich gedankt, dass sie uns die Erlaubnis zur Drucklegung der Habilitationsschrift ihres verstorbenen Mannes gegeben hat.

Volker Caysa
Im Februar 2011

13.50€Preis:
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Gerhard Bassarak - Mit dem Vorsprung einer historischen Epoche

Ingrid Ehrler, Constanze Kraft, Christian Stappenbeck, Rudolf Weckerling (Hrg.)
ISBN 978-3-89819-348-1
464 Seiten
Art.Nr. 4348

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Aufsätze und Vorträge zu Biblischer Theologie, Gesellschaft, Kirche, Ökumene und Sprache

„Es gibt Wechselbeziehungen zwischen den Rechten und Ansprüchen des einzelnen und den Erfordernissen und Möglichkeiten der Gesellschaft. Da nun in unserer heutigen Welt aber zwei unterschiedliche Gesellschaftsordnungen im Wettstreit miteinander liegen, wen sollte es da wundern, dass Prioritäten auch unterschiedlich gesetzt werden? Entscheidend ist für uns, dass die sozialistische Gesellschaft – gemessen an der UNO-Deklaration der „Allgemeinen Menschenrechte“ – insgesamt mit einigen Längen Vorsprung – mit dem Vorsprung einer historischen Epoche – abschneidet … Die sozialistische Gesellschaft hat das Recht auf Leben, das Menschenrecht auf Frieden, auf Sicherheit, auf Arbeit, auf Gleichberechtigung auch des Kindes mit Hilfe aller und zugunsten aller erkämpft und verwirklicht.“
„Die Geschichte des Antikommunismus ist so alt wie der Kommunismus. Solange der Kommunismus eine Theorie war, blieb der Antikommunismus akademisch. Das änderte sich in dem Augenblick, als der Kommunismus eine praktische Wirklichkeit wurde. Da entstand, wie schon das „Kommunistische Manifest“ sagt, die Furcht, dass die Besitzlosen sich organisieren, um den Besitzenden den Besitz der Produktionsmittel streitig zu machen. Leider stand die Kirche in dieser Sache – selber im Besitz jahrhundertealter gesellschaftlicher Vorrechte – nicht auf der Seite der Armen und Entrechteten, wie es die Botschaft der Propheten im Alten Bund und wie es das Evangelium nahegelegt hätten. …“
Gerhard Bassarak

20.00€Preis:
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Kaschpar Theater

Armin Stolper
ISBN 978-3-89819-344-3
Art.Nr. 4344

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Als der Leipziger Theaterforscher und Freund der Mimen Manfred Pauli eine Handvoll der Kaschpar-Geschichten gelesen hatte, schrieb er dem Autor:
„Was mich vor allem interessiert ... ist der Mann Kaschpar (und seine Guste), der viele tausend Bücher gelesen, viele tausend Liter Wein getrunken, viele tausend Mädels geliebt hat und ‚nicht richtig deitsch kann‘. Ist er etwa ein Sorbe oder ein Schlesier oder gar ein Jidd? ... Jedenfalls ist er ein großer Räsoneur, der vom Hundertsten ins Tausendste und damit der Realität auf eine vertrackte Weise auf den Grund kommt. Ein Kerl jedenfalls, der mich an wundervolle Plebejer-Figuren wie den braven Soldaten Schwejk, den Metallarbeiter Kalle in Brechts „Flüchtlingsgesprächen“ ... oder Volker Brauns Flick von Lauchhammer erinnert ... Vielleicht schlägt er sich (ähnlich wie Schwejk durch den ersten und Kalle durch den zweiten Weltkrieg) durch den Dschungel unseres real existierenden Kapitalismus und stiftet gar durch seine von den Normen abweichende Geschäftigkeit (wie Flick) Irritation unter den Stützen der Gesellschaft ... Wenn man die bis jetzt vorliegenden Geschichten liest, fängt man unweigerlich an zu spinnen, wozu diese herrliche Kunstfigur noch gut sein könnte.“
Der Autor hat nicht den Mut, diesem Urteil zu widersprechen und lädt Leserinnen und Leser ein, es selbst durch Erwerb des Buches und dessen Lektüre zu überprüfen.

19.00€Preis:
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Archie in den Zeiten

Manfred Hocke
ISBN 978-3-89819-347-4
204 Seiten
Art.Nr. 4347

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Manfred Hocke hat die proletarisch-kluge Figur des Archibald Einfalt erfunden, die unverkennbar Züge seiner Herkunft aus Breslaus hinterletztem Stadtviertel, der „Tschepine“, trägt,die ungeschönte aber auch ungetrübte Erfahrung im realsozialistischen und im realkapitalistischen Alltag in heiter-hintergründigen Feuilletons sammelt und weiterreicht. Er hat es nicht leicht, diese Texte – die ich mir schon seit langem auch gesammelt in einem kleinen Buch vorstellen könnte – an die Leute zu bringen; nur wenige Blätter wie der „RotFuchs“ oder der „Berliner Anstoß“ veröffentlichen diese Zeugnisse unserer sozialistischen Publizistik; früher gehörte auch die UZ noch dazu und vor sehr langer Zeit auch hin und wieder das ND. Natürlich kann sich dieser Archie nicht mit seinem großen Vorfahr, dem braven Soldaten Schwejk, messen; aber so ganz hergeholt ist das verwandschaftliche Verhältnis zwischen ihnen doch nicht. Archie ist einer von uins; einer von den Alten und zur Seite Gestellten, ein Hinhörer und solidarisch Mitempfindender, ein Freund der Kaputten, der Arbeits- und Obdachlosen, einer, der den blöden Nazis Paroli bietet und manchem selbstgefälligen Ochsen in unseren eigenen Reihen auch mal den Marsch bläst. Leise, nicht auftrumpfend – und das ist gut so.
Armin Stolper

15.00€Preis:
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