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Lebendige DDR

Horst Jäkel (Hrsg.)
ISBN 978-3-89819-368-9
436 Seiten
Art.Nr. 4368

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Sie haben in der Deutschen Demokratischen Republik gelebt, für sie gearbeitet, sie weltweit vertreten. Die rund 70 Autoren dieses Buches wissen von den Schwierigkeiten des sozialistischen Aufbaus, freuten sich über Erfolge und haben Fehler und Schwächen schmerzlich empfunden. Ihnen geht es „weder um Verherrlichung noch um Verdammung, sondern um die geschichtliche Wahrheit“.
Mit ihren – sehr verschiedenartigen – Texten verdeutlichen die Schreiber, dass sie der Schublade entgehen wollen, in die selbstbewusste, auf ihre Biografie nicht verzichten wollende Bürger der DDR von zeitgeistigen „Historikern“, Politikern, Medien versenkt werden sollen.
„Da waren keine ‚Nur-Guten‘ und keine ‚Nur-Bösen‘. Es waren da Menschen, die alle das gemeinsame Ziel hatten. Sie waren alle in einem gesellschaftlichen Gefüge, das neue Wege ging, die noch keiner in Deutschland gegangen war, in einem Gefüge, das angefeindet wurde und sich wehren musste, das behindert wurde und sich bescheiden musste, das seinen trotzigen Stolz selbst dort zu zeigen wünschte, wo ‚kleinere Brötchen’ gebacken werden mussten.“
„Halten wir unsere DDR-Geschichte lebendig und erlauben wir keinem, sie unter Kübeln von Unwahrheiten zu beerdigen! Das ist kein Verdrängen, und unsere eigenen Fehler sehen wir keinesfalls mit der rosa-roten Brille. Geschehenes Unrecht verurteilen die Menschen ohne Zaudern. Sie wollen es aber nicht täglich aufs Brot geschmiert bekommen, denn unsere Geschichte war mehr, viel mehr. Sie darzustellen ist wichtig, damit sie nicht verdrängt wird.“
Viele Fotos, Dokumente und Grafiken bekräftigen die textlichen Aussagen. „Es geht um eine sachliche, kritische und konstruktive Analyse unserer erlebten Vergangenheit. Nur so können historische Ereignisse in das Gegenwartsverständnis eingehen und sich daraus Handlungsorientierungen ergeben.“

19.50€Preis:
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Gedanken zur zukünftigen gesellschaftlichen Entwicklung

Heinz Wachowitz
mit Beiträgen von Achim Dippe Karl Hartmann Bernd Preußer
ISBN 978-3-89819-367-2
Art.Nr. 4367

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Dass die gesellschaftlichen Verhältnisse auf der Erde nicht so bleiben können und auch nicht so bleiben werden, wie sie gegenwärtig sind – diese Ansicht wird von vielen Menschen geteilt. Wenn es aber darum geht, wie denn diese Verhältnisse zukünftig aussehen sollen und auf welchem Weg man sie „antreiben“, also gestalten kann, da gehen die Ansichten weit auseinander. Allgemeine Prinzipien, von den heute schon klassischen Forderungen nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit aus der französischen Revolution von 1789 bis zu „Grundwerten“ wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität in aktuellen Parteiprogrammen durchaus unterschiedlicher politischer Richtung, sind ja weitgehend unumstritten. Aber welchen konkreten Inhalt diese Forderungen haben, wie eine solche Gesellschaft denn aussehen könnte, wie man zu einer solchen Gesellschaft kommen kann, das bedarf doch noch vieler Überlegungen und Diskussionen. Die gesellschaftliche Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat diese Debatte verstärkt. Der Einführungstext dieses Sammelbandes ist von Heinz Wachowitz verfasst, die anderen Autoren beziehen sich auf diesen Text in unterschiedlicher Weise – zustimmend, ergänzend, mit alternativen Überlegungen und auch mit kontroversen Positionen.
Deshalb betrachten wir dieses Werk als eine Streitschrift. Es ist zum einen ein – hoffentlich produktiver – Streit zwischen den Autoren über die Ziele und Wege der Veränderung der Gesellschaft. Vor allem aber legen wir hier eine Streitschrift in dem Sinne vor, dass die Autoren – bei allen unterschiedlichen Nuancen in ihren theoretischen Auffassungen - doch eines gemeinsam haben: sie stehen auf den Schultern von Marx und Engels und verteidigen ihre Gesellschaftslehre gegen Angriffe, die darauf abzielen, angesichts des Scheiterns der frühsozialistischen Versuche eine von Ausbeutung freie Gesellschaftsform zu errichten, gleich die gesamte Idee und die Ideale des Sozialismus in den Orkus der Geschichte zu verbannen.

16.00€Preis:
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Ein geheimes Leben

Henri Dekassart
ISBN 978-3-89819-364-1
184 Seiten
Art.Nr. 4364

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Die Dienste überall in der Welt sind in der Rolle des unbequemen Mahners, dessen Meinungen und Warnungen zwar gefordert sind, ihm aber auch auf die Füße fallen können,wenn sie nicht den Erwartungen des Auftraggebers entsprechen. Das zumindest verbindet sie "brüderlich"-über alle Grenzen hinweg...
Dieser Roman ist eine fiktive Rückschau auf das Leben des Autors und seine Tätigkeit für den gefürchteten sowjetischen Geheimdienst KGB. Er illustriert, was hinter den Kulissen seit langem geflüstert wird: Der Krieg der Dienste ist eine Art Bruderkrieg, der zwar manchmal mit brutalen Methoden geführt wird, aber, wenn es opportun ist und geheim bleibt, auch kollegial zugeht.
Ganz nebenbei beschreibt er, wie der sozialistische Internationalismus von der Sowjetunion benutzt wurde, um unliebsame politische Entwicklungen unter Kontrolle zu halten. Das traf besonders auf die DDR zu.

14.00€Preis:
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Ökonomiedebatten in der DDR

Harry Nick
ISBN 978-3-89819-366-5
112 Seiten
Art.Nr. 4366

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Für mich ist dies ein Erinnerungsbuch. Ich schreibe es aber nicht nur in der Hoffnung, dass ich mich mit einigem Vergnügen in vergangene streitbare Zeiten werde zurückversetzen können.
In der Hauptsache schreibe ich es natürlich für den Leser. Der Streit der DDR-Ökonomen, an dem ich mich beteiligte, betraf den Großteil der wirtschaftlichen Probleme in der DDR. Deshalb wird der Leser dieser Schrift viel erfahren über Zustände, Entwicklungen der DDR-Wirtschaft, Ursachen ihres Aufstiegs, ihrer Stagnation und ihres Niedergangs. Und es werden Folgerungen erkennbar, von denen nicht wenige ihre Bedeutung nicht verloren haben.

9.00€Preis:
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Die DDR und das Franco-Regime

Außenpolitik zwischen Ideologie und Pragmatismus
Tim Haberstroh
ISBN 978-3-935530-90-3
104 Seiten
Art.Nr. 1390

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1973: Die DDR ist der erste sozialistische Staat in Europa, der diplomatische Beziehungen zu Franco-Spanien aufnimmt. Sechs Jahre zuvor war das Zentralkomitee der SED noch der Ansicht, dass aufgrund des „faschistischen Charakters des spanischen Staates“ Abstand von ihm zu halten sei. Stattdessen unterstützte die DDR massiv die spanische Opposition. Welche Motive stehen hinter diesem Wandel? Tim Haberstroh zeichnet in seiner quellenfundierten Studie die Entwicklung der Beziehungen im Kontext des Kalten Krieges nach und untersucht anhand von Originaldokumenten die Entscheidungen der DDR-Führung zwischen 1949 und 1975. So werden Facetten einer bislang in der Forschung vernachlässigten Beziehung deutlich, die die Paradoxie realsozialistischer Außenpolitik offenbart.
Dipl.-Pol. Tim Haberstroh, geb. 1983 in Berlin, studierte an der Universität Potsdam. Seit 2011 stellv. Büroleiter der außenpolitischen Fachzeitschrift WeltTrends.

10.00€Preis:
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Heft 9 Rosa Luxemburg ante portas

Vom Leben Rosa Luxemburgs nach ihrem Tod
Herausgegeben von Klaus Kinner
ISBN 978-3-89819-375-7
128 Seiten
Art.Nr. 4375

7.50€Preis:
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Heinrich Wiegand

Leipziger Sozialdemokrat Publizist und Freund Hermann Hesses
Klaus Pezold
ISBN 978-3-89819-371-9
324 Seiten
Art.Nr. 4371

15.00€Preis:
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Der Weg in die deutsche Einheit

Die Sicht der Nachbarn
Detlef Nakath/Dörte Putensen (Hrsg.)
ISBN 978-3-935530-85-9
120 Seiten
Art.Nr. 1385

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Am 3. Oktober 1990 – vor nunmehr zwanzig Jahren – trat die DDR entsprechend dem Artikel 23 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland bei. Der in extremem Tempo ausgearbeitete und von Bundestag und Volkskammer ratifizierte Einigungsvertrag trat an diesem Tage in Kraft.
Die Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg hat die breit geführte Debatte um den historischen Platz der Jahre 1989/90 in der deutschen Geschichte zum Anlass genommen, um in einer Konferenz am 27. Mai 2010 in Potsdam unterschiedliche Sichtweisen zum Thema „Der Weg in die deutsche Einheit. Die Sicht der Nachbarn“ zu diskutieren.
Der vorliegende Tagungsband enthält Beiträge von Daniela Fuchs-Frotscher (Berlin), Seppo Hentilä (Helsinki), Hannes Hofbauer (Wien), Anton Latzo (Langerwisch), Hans Modrow (Berlin), Detlef Nakath (Potsdam), Krysztof Pilawski (Warschau), Dörte Putensen (Potsdam/Greifswald), Gregor Putensen (Greifswald), Gerd-Rüdiger Stephan (Berlin) und Angelika Timm (Tel Aviv).

10.00€Preis:
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„... einen bescheidenen Beitrag geleistet“

Alfred Schellenberger – Widerstand und Briefe aus den Konzentrationslagern Lichtenburg und Buchenwald
Ulrich Schneider, Horst Gobrecht
ISBN 978-3-89819-349-8
250 Seiten, Art.Nr. 4349

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Wer den Antifaschismus in Deutschland begreifen will, muss sich mit den Frauen und Männern beschäftigt, die trotz Verfolgung, Risiko für Freiheit und Leben bereit waren, dem faschistischen Terror zu widerstehen. Einer von ihnen war Alfred Schellenberger aus Wiesbaden, der in seiner Heimatstadt in den Reihen des kommunistischen Widerstands und bei Kriegsende im Nationalkomitee Freies Deutschland in Leipzig kämpfte.
Die Dokumentation zeichnet seinen Weg in den Widerstand, seine Verfolgung und Haftzeit sowie seine Haltung in der „Nacht des Faschismus“ nach. Grundlage der Darstellung sind Dokumente zum antifaschistischen Widerstand in Leipzig und in der dortigen Fabrik Müller & Montag, vor allem aber über 50 Briefe, die sich Alfred Schellenberger und seine Frau Charlotte in der langjährigen Haftzeit im Polizeigefängnis, den KZ Esterwegen, Lichtenburg und Buchenwald schrieben. Aus ihnen sprechen Lebensmut, Widerstandswillen und die politische Überzeugung, dass ein besseres, ein antifaschistisches Deutschland nur sozialistisch sein könne.

16.50€Preis:
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Einigkeit? Und Recht? Und Würde?

Ein Lesebuch zur 20 jährigen Geschichte der GBM herausgegeben von Christa Anders und Wolfgang Richter
ISBN 978-3-89819-363-4
320 Seiten
Art.Nr. 4363

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Statt eines Vorworts

von Wolfgang Richter

"Es gibt wenige Arbeiten, sei es von Wissenschaftlern oder Akteuren, über die Herausbildung und Entwicklung der außerparlamentarischen Kräfte in Ostdeutschland im Zuge einer rigiden Vereinigungspolitik nach dem Anschluss der DDR an die BRD. Und wenn sie von manchen geschrieben werden, dann vor allem, um sich von der Vergangenheit zu distanzieren, statt aus ihr zu lernen oder um sich der Gegenwart anzuverwandeln, statt ihr zu widerstehen.
Auch ein noch so kurzer Wegweiser durch dieses Buch sein zu wollen, hieße ein umfassendes Konvolut von zwanzig Jahren als ein Kaleidoskop zu betrachten, das einem auf bekanntem Terrain überraschende, aber keineswegs vollständige Eindrücke verschafft und mehr Interesse wecken als Wissen vermitteln will, wohl wissend, dass beides gemeinsam erst den ungeschmälerten Reiz des Lesens auszumachen vermag. Man kann das Buch beliebig aufschlagen und etwas Interessantes finden, weil das Leben dieser GBM einfach vielfältig ist. „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen ..“ meinte schon Goethe. In ein paar Worten wird man wenig mehr über die Gesellschaft sagen können, als schon ihr Name verheißt. Die Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde e.V. GBM hat in zwanzig vier Meter Meter in meinem Bücherregal gefüllt. Darunter sieben Weißbücher a 512 Seiten über die Diskriminierung der Ostdeutschen und was sie dagegen tun, ein Meter Journale, „Für Recht und Würde“ bis zum anspruchsvollen und schönen ICARUS, fast ein Meter Antikriegsliteratur, darunter ein Dutzend Bücher, die wir nicht verfassten, aber in denen wir in anderen Sprachen aufgenommen wurden und auch über uns geschrieben wurde, nicht wenig davon in ukrainisch. In der Ukraine wirkt die größte Sektion des Europäischen Friedensforums, das die GBM wesentlich mit initiierte. Das dickste Buch ist ein – oder besser gesagt, – das „Lexikon der Künstler in der DDR“. Über 6000 sind es. „Spuren der Wahrheit“ oder „Wider den Zeitgeist“ heißen einige Bücher, manche mit dem Marxistischen Forum der PDS/Die Linke verfasst, andere mit Verbänden oder Netzwerken herausgegeben, z.B. der Initiative gegen Berufsverbote. Die meisten widmeten sich dem Kampf um gerechte Renten - bis heute und weiterhin. Vielleicht am stolzesten kann man auf die Tribunale über den NATO-Krieg gegen Jugoslawien sein und die beiden ihnen gewidmeten Bücher. Und, wer hätte es gedacht, wir sind eine Menschenrechtsorganisation, die drei sehr anspruchsvolle politische Karikaturenbücher herausgab. Von all dem wird hier etwas zu finden sein. Sage mir, welche Bücher Du schreibst, und ich sage Dir, wer Du bist ….
Aber die GBM ist nicht nur mehr als ihre Bücher. Sie ist vor allem ein Bündnis von Menschen, die um Menschenrecht und auch um ihr Recht kämpfen. Was ihre Würde sein soll, haben sie früh nach dem Beitritt erfahren. Bislang hatte das Bundesverfassungsgericht „Würde“ definiert als „den allgemeinen Eigenwert, der dem Menschen kraft seines Personseins zukommt“ o.ä. Mit dem Warteschleifenurteil im Frühjahr 1991 erfuhr der staunende ostdeutsche Kläger, seine Würde werde mit der Abwicklung nicht verletzt, weil er bei seiner zwangsverordneten Arbeitslosigkeit nimmer noch Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe bekäme.
Doch auch dabei kam ich wohl nicht zum ersten Mal auf solche Gedanken. Aber mir war, als wäre ich aus einem Land, dem seine Ideale zu verkommen drohten, in ein Land gekommen, in dem Verkommenheit Ideal ist."

19.00€Preis:
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Künftige Supermacht in Asien?

Militärpolitik und Streitkräfte der Volksrepublik China
Heft 13
Lothar Schröter (Hrsg.)
ISBN 978-3-935530-87-3
112 Seiten
Art.Nr. 1387

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Jedermann staunt über das rasante Wirtschaftswachstum der Volksrepublik China, die in dieser Beziehung zur stärksten Macht in Asien aufsteigt und sich dabei immer noch zu sozialistischen Zielen bekennt. Hierzu gibt es nicht wenige Analysen. Auch zur sozialpolitischen Situation dringen viele Informationen nach Europa. Weit weniger gilt das für die Militär- und Sicherheitspolitik der Volksrepublik. Hinzu kommt: Was im Westen einschlägig auf dem offenen Markt erscheint, ist häufig durch eine Brille betrachtet, die an den Kalten Krieg erinnert. Der antisozialistische Reflex beherrscht die Berichterstattung, und mitunter findet er sich auch in der seriösen Wissenschaft. Gründe genug also, dass sich das 12. Friedens- und Sicherheitspolitisches Symposium der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg 2010 dieses Themas annahm. Es ist ihr gelungen, von der begrenzten „community“ von Wissenschaftlern zu diesem Thema einige gestandene Referentinnen und Referenten zusammenzuführen, wozu auch die offizielle Sicht, vorgetragen vom Heeresattaché der Volksrepublik Chinas in Deutschland, gehört.

10.00€Preis:
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Helmut Seidel: Philosophie und Wirklichkeit

Zur Herausbildung und Begründung der marxistisch en Philosophie
Herausgegeben von Volker Caysa
ISBN 978-3-89819-325-2
248 Seiten
Art.Nr. 4325

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Einleitende Worte des Herausgebers
Helmut Seidel wurde Mitte der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts national und international bekannt durch einen Aufsatz, der den Titel trug »Vom praktischen und theoretischen Verhältnis der Menschen zur Wirklichkeit« und der ins Japanische, Türkische, Ungarische, Tschechische und Russische übersetzt wurde. Er gilt gemeinhin als der konzeptionelle Ansatz zu einer DDR-spezifischen Philosophie der Praxis, die, analog zur jugoslawischen Praxisphilosophie, nicht nur für einen »humanistischen Marxismus« unter Berufung auf den jungen Marx, sondern auch für eine Demokratisierung und Humanisierung des Realsozialismus eintrat.(Vgl. zu Leben und Werk: Helmut Seidel: Philosophie vernünft iger Lebenspraxis.Hrsg. von Volker Caysa. Rosa-Luxemburg-Stift ung Sach sen 2009.)
Dieser Aufsatz darf aber nich t von Seidels Habilitation getrennt werden, denn er ist Konsequenz und systematisch e Zusammenfassung seiner bis heute unveröff entlich ten, in der DDR viel gelesenen und immer noch lesenswerten Habilitationssch rift von 1966 mit dem Titel »Philosophie und Wirklichkeit – Zur Herausbildung und Begründung der marxistisch en Philosophie«.
Der aufmerksame Leser wird bemerken, dass die Arbeit endet mit einer Sch lussbemerkung zum Teil 1, an deren Ende ein zweiter Teil angekündigt wird. Nach Auskunft von Jutt a Seidel ist aber dieser zweite Teil auf Grund der Querelen um Seidels theoretisch en Ansatz nicht geschrieben worden. Und es finden sich auch im Nach lass Helmut Seidels keine Materialien zu diesem zweiten Teil, was nicht aussch ließt, dass Helmut Seidel sich sowohl in Vorlesungen wie auch in seinen Sch riften zur Entwick lung von Marx nach 1844 äußerte.
Seidel gab mit seiner Habilitationsschrift dem marxistisch en Philosophieren in der DDR einen neuen systematisch en Ausgangspunkt, der belebend auf das Philosophieren in der DDR wirkte und mehreren Generationen von Philosophiestudenter wesentlich e Impulse für ein modernes marxistisch es Philosophieren vermittelte.
Davon zeugt auch das von Hans-Martin Gerlach verfasste Vorwort zu der hier vorliegenden Edition. Dieses Vorwort von Hans-Martin
Gerlach ist einer seiner letzten Texte, denn er verstarb plötzlich im Januar dieses Jahres. Gerlach verstand sich selbstbewusst als Schüler Seidels und es war ihm eine Ehre zukünft ige Generationen an dieses vergessene Erbe der DDR-Philosophie zu erinnern. Hans-Martin Gerlachs theoretisch es Verdienst besteht darin, den Seidelsch en humanmarxistischen Ansatz auf die Analyse des deutsch en Existentialismus angewandt zu haben. Dafür stehen vor allem seine Jaspers- und Heideg gerstudien, die im Ansch luss an den jungen Marx der »Ökonomisch-philosophisch en Manuskripte« das Verhältnis von Marxismus, Existentialismus und Humanismus zum Gegenstand hatten. Wie Seidel ein lachender Spinozist war, so war Gerlach ein heiterer Existentialist, der der marxistisch en Philosophie gegen alle Orthodoxie ein neues Forsch ungsfeld eröffnete.
Mein Dank gilt Herrn Harko Benkert, der die Digitalisierung des Textes realisiert hat. Ein großer Dank gilt auch der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen, insbesondere deren Geschäft sführer Prof. Klaus Kinner, dass sie diesen Band in ihr Programm aufgenommen hat. Frau Professor Jutta Seidel sei herzlich gedankt, dass sie uns die Erlaubnis zur Drucklegung der Habilitationsschrift ihres verstorbenen Mannes gegeben hat.

Volker Caysa
Im Februar 2011

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